NATURSTEIN-WISSEN


Der Werkstoff der Steinmetze ist der Naturstein.

Naturstein – das sind ca. 30.000 zurzeit bekannte, verschiedene Gesteine, wie sie in der Natur vorkommen und aus verschiedenen Mineralien bestehen. Sie lassen sich nach Ihrer Entstehungsart und den enthaltenen Mineralien klassifizieren.

Die daraus resultierenden Eigenschaften wie Färbung, Zeichnung, Festigkeit, Härte, Porosität und vieles mehr bedingen die Einsatzmöglichkeiten, die der Steinmetz abzuwägen hat.

Die Steine werden entsprechend ihrer Entstehung in drei Klassen unterteilt.

Magmatische Gesteine
Sedimentgesteine
Metamorphe Gesteine

Im Folgenden einige Erläuterungen zu diesen Gesteinsklassen:

Magmatische Gesteine

Magmatische Gesteine, auch Magmatite genannt, sind durch Abkühlung und Erstarrung von hochtemperierten, natürlichen Gesteinsschmelzen wie Lava oder Magma entstanden.

Bei den magmatischen Gesteinen unterscheidet man zwischen Tiefengestein, Ergussgestein und Ganggestein.

Tiefengesteine haben ihren Ursprung in der  Erstarrung und Kristallisation von großen Schmelzmassen (Magma) innerhalb der Erdkruste.

Ergussgesteine sind durch Erstarrung und Kristallisation von aufsteigenden Schmelzmassen (Lava) ausserhalb der Erdkruste entstanden.

Eine »Zwischenposition« nimmt das Ganggestein ein, welches durch Erstarrung und Kristallisation von Schmelzmasse auf dem Weg an die Erdoberfläche in den Aufstiegspalten- und kanälen stecken geblieben und so dort entstanden ist.

Sedimentgesteine

Sedimentgesteine entstehen aus Ablagerungen von Mineralpartikeln. Hierzu gehören mechanisch oder chemisch gelöste Bestandteile von Trümmern anderer Gesteine durch Wasser, Luft und Eis wie auch aus den Anhäufungen von Resten tierischer oder pflanzlicher Herkunft.

Durch den geologischen Prozess der Diagenese, werden die unverfestigten Sedimente (Lockergestein) durch die Kompaktion und Zementation zu einem verfestigtem Sediment (Sedimentgestein).

Die unterschiedlichen Sedimentgesteine werden unter Berücksichtigung ihrer Entstehung, vorhandener Sedimente und Korngröße in Gruppen unterteilt.

Metamorphe Gesteine

Metamorphe Gesteine sind sogenannte »Umwandlungsgesteine« und entstehen aus älteren Gesteinen verschiedenener Typen durch Metamorphose.

Durch Überlagerung, tektonische Kräfte und hohe Temperaturen entsteht ein hoher Gesteinsdruck, der die Mineralzusammensetzung verändert und infolge dessen neues Gestein formiert.

Neu gebildete, metamorphe Gesteine aus altem magmatischem Gestein werden als Orthogestein bezeichnet, metamorphe Gesteine, die aus einem Sediment entstanden sind, als Paragestein.

Orthogesteine sind z.B. Granitgneis, Amphibolit, Charnockit, Eklogit und Granulit. Zu den Paragesteinen zählen unter anderem Hornfels, Glimmerschiefer, Phyllit, Quarzit und Marmor.

 

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